13.03.2017

Ausbildung im Handwerk? Ein attraktiver Weg!

NAT-Personalleiterin Doris Iller erzählt, wie attraktiv eine Ausbildung im Handwerk sein kann und was sie bei der Auswahl des richtigen Berufs den jungen Schulabgängern empfiehlt.

Zunehmend beklagen Ausbildungsbetriebe, dass sie Ausbildungsplätze nicht besetzen können, da der Trend immer mehr zu einer längeren Schulausbildung und einem anschließenden Studium gehe. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?
Doris Iller: Das ist natürlich eine schwierige Entwicklung, die auch wir feststellen. Dem versuchen wir entgegen zu wirken, in dem wir eine fundierte Ausbildung sowie Weiterbildungen anbieten und unsere Mitarbeiter dabei unterstützen, weiterführende Abschlüsse zu machen. Denn nicht jeder ist für die Theorie geeignet und ein großer Vorteil im Handwerk ist natürlich, dass man sehr praxisorientiert arbeitet. Man kommt in Berührung mit interessanten Kunden und bewegt sich in einem extrem abwechslungsreichen und spannenden Aufgabengebiet.

Noch dazu gibt es viele Chancen nach einer erfolgreichen Ausbildung weiterzumachen.
Doris Iller: Ja, es gibt weitreichende Möglichkeiten und ein breites Spektrum sich fortzubilden. Man kann sich fachspezifsch in der Linie entwickeln, zum Beispiel als Programmierer oder hierarchisch in die Führungsebene. Als Beispiel möchte ich einen Kollegen nennen, der bei uns nach seinem Hauptschulabschluss anfing und die Ausbildung zum Elektroniker machte. Nach seiner Ausbildung bildete er sich weiter zum Techniker und erlangte damit seine Mittlere Reife, es folgte der Meister und inzwischen ist er Gruppen- und Projektleiter bei uns. Und ein großer Vorteil ist, dass er während der gesamten Zeit sein Geld verdient hat und unabhängig war.

Was empfehlen Sie den Schülern bei der Berufswahl? Denn es ist schon ein komisches Gefühl mit 14, 15, 16 Jahren ein Berufsbild auszuwählen und dies soll dann im Idealfall für die nächsten fünfzig Jahre passen – bis es in die Rente geht.
Doris Iller: Empfehlen würde ich auf jeden Fall mehrere Praktika in verschiedenen Berufen zu absolvieren, die mindestens eine Woche dauern. Und in dieser Zeit sich alles genau ansehen, den Ausbildern viele Fragen stellen sowie Entwicklungsmöglichkeiten ausloten. Aktiv sein, interessiert sein und nachfragen. Denn sonst sitzt man am Tagesende auf einer Ausbildungsstelle, die einem gar nicht gefällt und man ist total unglücklich. Aber abgesehen davon, in zukunftsträchtigen Branchen wie der Elektrotechnik bleibt es immer spannend, denn es gibt in kürzester Zeit so viele Entwicklungen, mit denen es gilt Schritt zu halten.

Welche Ausbildungsrichtungen bieten Sie an und gibt es bei der NAT noch freie Stellen?

Doris Iller: Wir bilden an unseren Standorten Dachau, Dingolfing, Regensburg, Ingolstadt und Leipzig zum Elektroniker/in in den Fachrichtungen Energie- und Gebäudetechnik, Automatisierungstechnik und Informations- und Telekommunikationstechnik, zur Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement und zum Technischen Systemplaner aus. Und in allen Bereichen können wir den Schulabgängern noch Ausbildungsplätze anbieten.

Den jungen Bewerbern werden in der Schule immer viele Tipps rund um die Bewerbung gegeben. Doch der Punkt „überlege Dir richtig gute Fragen zum Unternehmen“, die im Vorstellungsgespräch dem Vertreter des Unternehmens gestellt werden sollen, verursacht dann doch eher schlaflose Nächte. Was empfehlen Sie in diesem Fall?
Doris Iller: Ich versuche immer mit den jungen Bewerbern eine normale lockere Unterhaltung zu führen. Ich halte nichts von den Gesprächen „Guter Cop – böser Cop“. Es ist ja fast wie eine erste Verabredung und ich möchte meinen Gegenüber möglichst authentisch kennenlernen und nicht vor Angst erstarrt. Und wenn sie vor lauter Aufregung nicht unsere Fragen zum Unternehmen beantworten können, dann ist es noch nicht schlimm. Viel wichtiger ist es, wie der erste Eindruck ist und wie interessiert sie sich im Gespräch zeigen.

Werden Sie noch überrascht, wenn Sie Bewerbungen oder Vorstellungsgespräche mit potentiellen Auszubildenden führen? Mit was kann man denn bei Ihnen punkten?
Doris Iller: Überrascht? Nicht wirklich. Aber es wäre doch schön, wenn die richtige Firma sowie der richtige Ansprechpartner auf der Bewerbung stehen. Oft wird die Bewerbung kopiert und kopiert und nochmals kopiert und ich kann nachvollziehen, wo sich der Bewerber zuvor beworben hat, da im Brief eine ganz andere Firma angesprochen wird. Das ist schade. Aber sonst - die Jugendlichen haben alle ein gutes Training in der Schule und schicken in der Regel sehr ordentliche Bewerbungen. Die Qualität der Bewerbung Anschreiben, Lebenslauf, Foto – das passt, da kann ich mich nicht beklagen. © NAT AG 2017


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