Geschäftsverlauf 2010
Das abgelaufene Jahr war in jeder Hinsicht außergewöhnlich und an Dramatik kaum zu überbieten. Zum einen erreichte auch uns mit Verzögerung die Weltwirtschaftskrise mit ihren Auswirkungen im ersten Halbjahr 2010. Zum anderen kamen selbst verschuldete Fehler hinzu, ausgehend von der Tatsache, dass wir um die Beschäftigung unserer Mitarbeiter zu sichern, das Projektgeschäft stark ausgeweitet haben. Insbesondere eines der Projekte konnte nicht mit der notwendigen Konzentration abgewickelt werden und führte zu einem hohen Verlust am Standort Dachau. Zu den Verlusten in der Projektabwicklung kamen Altlasten hinzu, die in der Summe dazu führten, dass die NAT Neuberger Anlagen-Technik AG zum ersten Mal seit ihrem Gründungsjahr einen Verlust ausweisen musste. Mit dem Rücktritt des Mitgründers und langjährigen Vorstandes und Standortleiters Leonhard Meiler im Juli 2010 hatte die Krise ihren Höhepunkt erreicht. In den folgenden Monaten übernahm der Vorstandsvorsitzende in Personalunion die Leitung des Standortes in Dachau. War das erste Halbjahr 2010 von Krisen überschattet, so war das zweite Halbjahr von NAT internen Organisationsanpassungen und von der positiven Grundstimmung in der Wirtschaft geprägt. Die Organisationsanpassungen hatten insbesondere ein Ziel, Probleme ähnlicher Natur sollen sich in Zukunft nicht mehr wiederholen können. Ein noch viel größeres Ziel war es, schnellst möglich wieder in ein ruhiges und geordnetes Fahrwasser zu kommen. Die von uns bereits im Dezember 2009 prognostizierte wirtschaftliche Erholung hat uns in der Heftigkeit und Dynamik überrascht, so dass man getrost von einer Achterbahn der Gefühle und der Belastungen bei den Mitarbeitern und bei den Verantwortlichen reden kann. Das Auf und Ab der letzten zwei Jahre hat uns auch unschätzbares Wissen vermittelt, das wir für die zukünftige Entwicklung der NAT mit eingebracht haben und auch zukünftig weiter einsetzen werden. Die Geschäftszahlen im Überblick: Unter Berücksichtigung aller Faktoren und unter Abzug der Problembereiche hat der Kern der NAT Neuberger Anlagen-Technik AG operativ überzeugt. Das Jahr 2010 war zum ersten Mal bei der NAT durchgängig mit einem Investitionsstopp belegt. Es wurde nur projektbezogen notwendigstes Inventar angeschafft. Die NAT als auch die restliche deutsche Industrielandschaft zeichnet sich dadurch aus, dass trotz der Widrigkeiten eine Personalanpassung der Stammbelegschaft ausgeschlossen wurde. Damit war es möglich der wirtschaftlichen Dynamik im zweiten Halbjahr nahtlos zu folgen. Mit dem Instrument des Personalleasing konnten wir die Auslastung der Stammbelegschaft steuern und trotz der Anstrengungen mussten auch wir in zwei Standorten im Frühjahr zum Instrument der Kurzarbeit greifen. Zum Stichtag 31.12.2010 beschäftigte die NAT Neuberger Anlagen Technik AG 306 Mitarbeiter, das entspricht nahezu dem Stand von 2009. Die Übernahme von Auszubildenden ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Wir sehen diese Entwicklung langfristig und als einen wesentlichen Faktor zur positiven Weiterentwicklung der NAT, insbesondere auch im Jahre 2010 vor dem Hintergrund der von uns prognostizierten wirtschaftlichen Erholung. Die Ausbildungsplatzquote lag im abgelaufenen Jahr bei ca. 16,3% (Vorjahr 17%). Zur Absicherung unserer zukünftigen Entwicklung werden wir bei der Ausbildung junger Menschen weiterhin keine Abstriche vornehmen. Im zu Ende gehenden Jahr 2010 konnten wir ,noch während wir mit der Abarbeitung der umfangreichen Aufgabenliste beschäftigt waren, eine Aufhellung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erkennen. Mit den Veränderungen und dem Aufwind im Rücken haben wir operativ positiv abgeschlossen. Zu dieser Leistung haben die Mitarbeiter mit ihrem Verzicht und durch ihre enorme Anpassungsfähigkeit, insbesondere im letzten Quartal, beigetragen. Die Stimmung hellte sich in allen Sparten und Regionen auf, so dass wir in den ersten Monaten im neuen Jahr einen guten Start hin bekommen haben. Die Qualität der Aufträge hat sich stark verbessert, mit einem ähnlich hohen Umsatz können wir eine höhere Rendite erwirtschaften. Es gibt verschiedene Gründe für diese Entwicklung: -
Abarbeitung der NAT internen Problemfelder -
Steigerung der Effektivität -
Die eingeleitete Schließung von unrentablen Einheiten und Standorten -
konzentrierte Abarbeitung der belastenden Altlasten. -
Zu guter Letzt darf natürlich die anziehende Konjunktur mit der positiven Grundstimmung nicht vergessen werden.
Es darf ohne Übertreibung festgestellt werden, dass die Aussichten nicht besser sein können. Alle unsere Kunden haben Investitionen angekündigt, die in ihrer Dimension das Branchenvolumen bei weitem übersteigen. Neben der Steigerung der Effektivität, dem Abwurf von Ballast und der Abarbeitung von Altlasten sind wir bestens gerüstet. Es soll nicht verschwiegen werden, dass in diesen Zeiten auch Fehler gemacht werden können, wie: unkontrolliertes Wachstum, Personalmangel, Überforderung, falsche Einschätzung, Ungleichgewicht in der Leistungsfähigkeit und Leistungsvolumen. Der Hunger nach Dienstleistung war seit den Tagen der Wiedervereinigung noch nie so groß. Unsere Ziele sind nach dem turbulenten Jahr sehr einfach zu definieren: -
Dem erfolgreichen Start ins neue Jahr Kontinuität verleihen. -
Die verbliebenen Restaufgaben aus 2010 erledigen -
Schließung von Darmstadt zum 31. März 2011 - Einsetzen neuer Standortleiter in den Standorten Regensburg und Dachau.
Es soll nicht überheblich klingen, aber auch diese Zeit hat etwas positives hervorgebracht, wie z.B. Mitarbeiter, Verantwortliche und Marktteilnehmer mit dem Wissen um eine Weltwirtschaftskrise und deren Auswirkungen, wie man damit umgeht, umgehen sollte oder was man nicht machen sollte. Auch wenn es erwartet wird, so verzichten wir im Abspann auf eine Umsatzprognose, sondern legen Wert auf die Feststellung, dass wir eine ordentliche Rendite vorziehen und an alte Zeiten anknüpfen werden. Ihr Vorstandsvorsitzender Karl Lorenz |